Argumente gegen den Sabbat biblisch untersucht
Einwände im Neuen Testament und im Alten Testament
Neues Testament
Ihr Titel
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Altes Testament
Der Sabbat war nur für Israel bestimmt | 2. Mose 31,16–17
Einwand:
Der Sabbat wurde dem Volk Israel gegeben und war ein Bestandteil des Bundes zwischen Gott und Israel.
Antwort:
Die folgenden zwei Bibelstellen im Buch Mose scheinen den Eindruck zu machen, dass Gott in seinem Bund mit den Kindern Israels, nur ihnen den Sabbat geboten habe. Es heißt dort:
- „Der HERR, unser Gott, hat am Horeb einen Bund mit uns geschlossen. Nicht mit unseren Vätern hat der HERR diesen Bund geschlossen, sondern mit uns, die wir heute alle hier am Leben sind“. (5. Mose 5,2–3)
- „So sollen die Kinder Israels den Sabbat halten…“ und „Er ist ein ewiges Zeichen zwischen mir und den Kindern Israels…“ (2. Mose 31,16–17)
Man könnte meinen, dass diese Gebote (ihnen) noch nicht bekannt waren und Gott sie für den Bund mit Israel erfand. Allerdings lesen wir in (1. Mose 26,5), dass bereits Abraham ca. 600 Jahre früher, die Gottes Gebote & Satzungen kannte und einhielt. Dort steht:
„Weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und meine Rechte, meine Gebote, meine Satzungen und meine Gesetze gehalten hat.“
Daraus können wir schließen, dass die Gebote Gottes den Menschen bereits bekannt waren, nur noch nicht aufgeschrieben und in „Stein gemeißelt“ waren. Ein weiteres Beispiel ist Josef, auch er hielt sich an die Gebote, in dem er den Ehebruch mit der Frau von Potifar wiederstand und wusste, dass es Sünde war.
„Wie sollte ich ein so großes Unrecht begehen und wider Gott sündigen?“ (Genesis 39,9)
Die Schlussfolgerung daraus ist, nur weil Gott durch den Bund mit dem Volk den Sabbat gebot, kann man nicht daraus schließen, dass: a) die Gebote nicht bereits existierten und b) sie nur für Israel galten.
Warum konnten sie nicht nur für Israel gegolten haben?
Genauso wie den Ehebund (1. Mose 2,24) schuf Gott im Paradies, ganz am Anfang, den Sabbat. Er heiligte den siebten Tag und ruhte an ihm (1. Mose 2,2–3). Im Text steht direkt „Schabat (hebräisch שָׁבַת)“. Schabat heißt übersetzt „ruhen“. Sinngemäß „sabbatete“ Gott am siebten Tag. Daher verweisen fast alle Gebote, die sich auf den Sabbat beziehen, auf die Schöpfung.
Im Paradies gab es weder Juden noch das Volk Israel, es gab nur allgemein den Mensch. Dieser wusste durch Gespräche und die Beziehung zu Gott vom Ehebund und das Gott am siebten Tag geruht hatte. Wenn aber die Ehe akzeptiert wird, die ebenfalls im Garten Eden entstand, wieso dann nicht auch der Sabbat? Der Sabbat und die Ehe werden durch die Gesetze des Mose für das Volk geregelt, aber den Ursprung haben beide bei der Schöpfung und sind somit universell gültig. Es gibt keinen Grund zu glauben, dass der Sabbat Gott erst bei der Wanderung durch die Wüste wichtig geworden ist. Das Wort Bund (5. Mose 5,2–3) bezieht sich nicht auf die Gesetze an sich, sondern auf die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk.
Es gibt eine weitere Bibelstelle, die den Sabbat in seinem Wesen gut erklärt. Interessanterweise sagt Jesus zu den Pharisäern (Markus 2,27), als seine Jünger von ihnen angeklagt wurden, als sie „verbotenerweise“ am Sabbat Ähren rauften:
„Der Sabbat ist um des Menschen willen geworden und nicht der Mensch um des Sabbats willen.“
Jesus verwendete das griechische wort „anthrōpos“ (Menschheit im generischen Sinn), um zu zeigen, dass der Sabbat als Gabe für die gesamte Menschheit gedacht ist und nicht nur für eine bestimmte Gruppe1 (wie bspw. das Volk Israel oder Juden).
Der entscheidende Gedanke liegt in der Gegenüberstellung: Nicht der Mensch ist dazu da, einer religiösen Ordnung um ihrer selbst willen zu dienen, vielmehr ist der Sabbat zum Wohl des Menschen eingesetzt. Der Sabbat soll dem Menschen dienen und ihm zugutekommen, nicht zu einer Last werden, die seinen eigentlichen Zweck verkehrt.
Gott gebot seinem Volk, einen Ruhetag einzuhalten. Er wollte, dass dieser Tag den Menschen zugutekommt. „Um des Menschen willen“: Die griechische Wendung, die in der Berean Standard Bible hier mit „for man“ („für den Menschen“) übersetzt wird, bedeutet „um der Menschheit willen“ oder „zum Wohl der Menschen“. Das Wort „Mensch“ bezieht sich dabei nicht ausschließlich auf Männer. Gott wollte, dass der Ruhetag den Menschen zugutekommt. Die New Living Translation (Ausgabe von 1996) gibt den Satz entsprechend wieder: „Der Sabbat wurde zum Wohl der Menschen geschaffen.“2
1https://columbiaunionvisitor.com/2021/march-6-2021-anthropos
2https://tips.translation.bible/story/sil-translators-notes-on-mark-227/